I luege uf

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Es ist eine bekannte Geschichte. Die Jünger wurden von Jesus nach einem bewegenden Abend auf die andere Seeseite geschickt. Jesus selbst wollte noch alleine mit Gott sein. Die Jünger machten sich auf den Weg und als sie in der Mitte des Sees waren, wurden Sie von einem Sturm überrascht. Petrus, welcher bei Ereignissen oft als Erster reagierte, hatte auch hier das Wort ergriffen: in diesem Sturm kam eine Person auf dem Wasser auf das Schiff zu, die Jünger dachten es sei ein Gespenst, sie schrien und hatten Angst. Jesus sprach: Fürchtet euch nicht – ich bin es. Und dann eben Petrus: Herr, wenn Du es bist, so rufe mich aufs Wasser. Und Jesus rief ihn und dann kam dieser Moment: Ein Fuss (das würden wir sicherlich auch noch tun; zwar vielleicht im Angesicht eines Sturms nicht mehr), dann kam der zweite Fuss … die erste Hand liess er vom Boot los, dann die zweite. Vermutlich hielten die anderen Jünger die Luft an und warteten gespannt was passiert.

Und was passierte … es funktionierte! Petrus konnte auch wie Jesus auf dem Wasser gehen. Sagenhaft. Er hielt seinen Blick fest auf Jesus, auf sein Ziel, diesen Wundertäter, der diesen Wassergang erst möglich macht. Aber dann … eine riesige Welle kam auf Petrus zu und er liess seinen Blick (verständlicherweise) auf diese Welle schweifen. Aber das war das Ende. Er begann zu sinken. Er schrie. Und plötzlich – da war die Hand Jesu‘. Er ergriff sie, Jesus zog ihn nach oben. Er rettete ihn. Sie stiegen ins Boot. Noch bevor sie ins Boot stiegen, sagte Jesus zu ihm: „Hast Du so wenig Glauben, Petrus? Vertraue mir doch“. Vielleicht haben die anderen Jünger alle genickt: hörst Du Petrus? Und wenn nicht die Jünger, nicken wir dem nassen Petrus zu … mit diesen Worten.

Aber Petrus hat etwas, wovon ich gerne ein gutes Stück mehr haben möchte: Mut, Entschlossenheit, Lust etwas auszuprobieren. Die anderen Jünger im Boot und wir können ruhig am Trockenen nicken, auf Petrus zeigen und ihm auch noch gerade eine Lektion erteilen. Aber er war der einzige, welcher sich gewagt hat, der Boden – das Schiff zu verlassen. Er ist der Einzige, der die Erfahrung gemacht hat, wenn ich auf Jesus schaue, ist es sogar möglich auf dem Wasser zu gehen. Und wenn ich nicht auf Jesus schaue, sinke ich. Dann ist es auch egal, ob wir zu diesem Zeitpunkt auf dem Wasser, im Beruf, in der Familie, in einer Krise oder wo auch immer stehen. Ohne Blick auf Jesus sinken wir. Und selbst wenn wir es eben nicht schaffen, unseren Blick in egal welcher Lebenssituation auf Jesus zu richten und wir gerade im Begriff sind, unter zu gehen – bleibt noch die Möglichkeit des Rufs: Herr hilf mir. Und Jesus wird unmöglich zu schauen, wie wir vollends versaufen. Er wird wie bei Petrus die Hand nach uns ausstrecken und uns nach oben ziehen. Vielleicht nicht so, oder so schnell wie wir uns das wünschen und vorstellen. Aber er wird.

Songtext:

Es macht mir Chummer, wen i uf d’Wälle luege
U luegi uf e Sturm, fah i a sinke
I cha mini Schwechi ganz ruehig zuegäh
U wär Gschicht kennt, weiss, dass i nid ertrinke

I luege uf, i Dini funkelnde Ouge
Dine offene Arme schänken i Gloube
Du blibsch uf em Wasser stah
Dr tobend Sturm cha Dir nüt aha

Im Gägesatz zu mir, wes mir wiedermau nid glingt
U d’Richtig vo mim Blick leider nid stimmt
U i Dini Gägewart u Dini Arme wott verlah
Alleini chan i sicher nid uf em Wasser stah

I luege uf u weiss, dass Du da bisch
U nid es Gspängscht, wo uf em Wasser schwäbt
Ja i weiss, dass Du mir Halt gisch
U das ds Wasser üs beidi häbt

Text und Musik: Benjamin Nyffenegger
© 2010 endlos productions – www.endlos.ch
Song aus CD „Träne & Hoffnig“

Nöii Wäut

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Nöii Wäut. Ungefähr vor 15 Jahren habe ich dieses Lied geschrieben. Es gehört zu einer Sammlung von Songs, welche ich für ein Musical geschrieben habe. Das Musical wurde bis jetzt nicht veröffentlicht. Das Musical handelt von Lazarus, einem armen Bettler und einem reichen Mann. Die Unterschiede könnten nicht grösser sein. Die Geschichte ist in der Bibel in Lukas 16,19-31 nachzulesen. Irgendwann sterben die beiden Männer und „die Rollen“ werden plötzlich neu verteilt. Dem Lazarus, welcher auf der Welt so viel gelitten hatte, geht es nun gut; er ist angekommen und lebt bei Gott. Der reiche Mann, hatte es in seinem Leben auf Erden wunderbar. Er hatte auch mehr an sich als an den armen Lazarus gedacht und ihm nicht geholfen. Den Hunden gings besser als Lazarus. Jetzt aber – nach dem Tod – leidet der reiche Mann und wird so zum bedauernswerten Geschöpf…

Der Song „Nöii Wäut“ knüpft bei der Hoffnung auf eine neue, andere, bessere Welt an. Wer’s hier auf Erden gut hat, träumt vielleicht nicht von was anderem. Wer aber erkennt, dass hier so vieles krumm läuft, dass der Schmerz, das Leid, die Not zum Himmel schreit und die Situationen manchmal kaum oder nicht erträglich sind, der wagt (hoffentlich) zu träumen. Der Liedtext dreht sich nicht um die Not, sondern legt den Fokus auf die zukünftige Welt.

Der Traum dieser neuen Welt ist gewaltig. Es gibt nur noch Licht, Friede, Wahrheit. Und das Beste an diesem Traum ist, das es kein Traum ist. Ich male mir das vielleicht aus und dann kommt der Glaube und die Hoffnung, dass dies alles eben kein Traum ist, sondern eines Tages wahr wird. Es ist wahr, weil Gott es gesagt hat. Er hat es versprochen und er steht zu seinen Versprechen. Er wird diese neue Welt schaffen, welche dann in Ewigkeit existiert. Und was er sich für die Menschheit von Urzeiten gewünscht hat, wird dann Realität. Endlich wird Gott mit den Menschen Gemeinschaft haben können, welche durch nichts mehr betrübt wird.

Nöii Wäut

Ä nöii Wält, wie ne sunnige Tag, wo nieme vergeit
Äs ewigs Dehei ire herrleche Geborgeheit
Hie gits nume Friede, jede Ton ir Harmonie
Aues glänzt ir Wahrheit, mit däm Bild schlaff i ii

Es isch ke Troum, o wen is no nid cha gseh
Versproche isch versproche, es brucht nid meh
Ä nöii Wält wird är schaffe, mis nöiie Dehei
D’Ewigkeit bi Gott, da säge i nid nei

I säge ja u i fröie mi uf das wo wird cho
Wüu ds‘Alte vergeit, dä Gedanke macht mi froh
Wüu denn aues guet wird u für immer guet blibt
U niemer cha zerstöre, wüus nümm Böses git

I säge ja u i luege vou Sehnsucht zu Dir uf
Ä Sehnsucht wo ändlech gstiut wird – i warte druf
Du wirsch Di nid verspäte u chunsch zur richtige Zyt
U nimmsch jede, wo Di liebt i die nöii Wält mit

Text und Musik: Benjamin Nyffenegger
© 2001 endlos productions – www.endlos.ch
Song aus CD „Träne & Hoffnig“

 

Afang u Änd

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Ein ruhiger Song von der CD „Träne & Hoffnig“. Stell Dir vor, Du sitzt an einem ruhigen Plätzchen ab. Vielleicht auf einer gemütliche Waldrandbank oder in einer Wiese oder auch bei Dir im Garten an einem vertrauten Ort. Dann beginnst Du über das Leben nachzudenken. Über Deine Herkunft, über Dein Sein und über die Zukunft. Von wo kommst Du, was mache ich eigentlich da und wohin führt die Reise? Nicht die Reise, die Du übers Wochenende unternehmen wirst und auch nicht Deine Karrierenreise. Nein, die Lebensreise, resp. die Reise, welche über den Tod hinausführt. Führt überhaupt ein Weg über meinen Tod hinaus? Was wird danach sein. Viele Fragen – wenige Antworten?

Das Lied „weiss“ auch nicht alle Antworten, aber es fokussiert weg von uns und zeigt auf sonst jemanden: Dieser sagt, er sei das Leben. Er sei die Wahrheit, er sei schon immer da gewesen. Er sei die Auferstehung und weil er auferstanden ist, würden auch diejenigen mit ihm nach dem Tod Leben, die ihn lieben. Er sagt und nimmt in Anspruch: der Anfang und das Ende zu sein. Er ist jetzt nicht weit weg – auch wenn es uns manchmal so scheint. Und er wird das letzte Wort haben.

Wenn Du immer noch (gedanklich oder vielleicht richtig) auf Deiner Bank sitzest, kreist Du mit Deinen Gedanken weiter. In die Gegenwart. Und Du denkst an alles was aktuell in der Welt so läuft. Du denkst vielleicht an die Lauten, welche Schreien, um gehört zu werden oder Schreien, um Anhänger zu finden. Sie sind laut und sie haben manchmal einen langen Atem.

Ich denke aber wieder an den Refrain des Songs und an die letzte Zeile: Und er wird das letzte Wort haben. Vielleicht spricht er jetzt nur leise oder vielleicht gerade gar nicht. Aber er wird sprechen und er wird das letzte Wort haben. Das Lied nimmt den Zuhörer auch in den nächsten Strophen weiter mit und führt ihn durch verschiedene Gedanken.

Für mich ist der Song enorm tröstlich, denn wohin unsere Reise führt, wohin die Geschichte mit der Welt auch immer gehen wird. Einer wird die Kontrolle nie verlieren, einer wird immer da sein, einer wird immer Hoffnung geben, einer wird immer leuchten und denen Licht geben, die ihm vertrauen. Einer wird immer da sein für Dich und mich. Er – Jesus – wird das letzte Wort haben!

Songtext:

Afang u Änd

Vo wo chumen i, wo häre gan i
Was mach i da, wie lang gits mi
Bini einzigartig u no nie da gsi
was wird nach em Läbe u nach em Tod mit mir si? – Aues verbi? – Bliben i?

Du bisch dr Afang u Du bisch ds‘Ändi
Du hesch immer gläbt u wirsch immer si
Alpha und Omega, verschwinde wirsch Du nie
Du bisch jetze da, wirsch ds‘letschte Wort ha

Es git Theorie über d’Härkunft vor Wält
Wie Läbe isch entstande u was Zukunft no bringt
Dr Mönsch chunnt vom Aff u d’Wält dür ‘ne Knall
Es chlepft u dätsch und alles isch Zufall – isch da s aues? – würklech aues?

Du chasch dänke was du wosch u di dräie im Kreis
Bhoupte Gott isch tot oder ä alte Greis
Das änderet nüt a sire Macht und Existänz
Afang u Änd, dr Erscht u dr Letscht – Exzellänz  – voller Glanz

Text und Musik: Benjamin Nyffenegger
© 2010 endlos productions – www.endlos.ch
Song aus CD „Träne & Hoffnig“