Wo bisch Du

[Song hören] [Song/CD auf iTunes]

Was darf man Gott alles fragen? Was darf man Gott alles sagen oder singen? Dieser Song macht sich darüber mal nicht allzu viele Gedanke und schiesst mit vielen Fragen los. Kritisch, echt, suchend. Ich mag den Song. Viele Fragen und wenig Antworten. Das muss man manchmal aushalten. Nicht nur in diesem Song, sondern auch im Leben. Das Leben bietet oft so viele Möglichkeiten für viele Fragen und es gibt manchmal so wenige Antworte dafür. Ich mag den Song, der Gott mit meiner Fragerei konfrontiert. Vielleicht eben in der Lage eines Käfers auf dem Rücken. Er strampelt, versucht sich umzusehen, ob jemand in der Nähe ist, der helfen kann. Und wenn niemand sichtlich da ist, dann strampelt er weiter und eskaliert seinen Hilferuf an den Schöpfer: Was ist los? Weshalb liege ich da auf dem Rücken, strample erfolglos und Du – Gott – tust nichts. Schaust Du nur zu? Wo bist Du denn eigentlich?

Darf ich das Gott sagen? Darf ich mein Unbehagen so ausdrücken? Ich orientiere mich an seinem eigenen Handbuch – der Bibel. Wenn ich dort einem David zu höre, dann denke ich: Ja, ich darf das. David durfte das auch. David – er wird als Mann nach dem Herzen Gottes genannt – hat kein Papier oder keine Pergamentrolle vor den Mund genommen. Das gibt mir Mut mich mit meinen tiefen und brennenden, vielleicht manchmal auch schmerzenden Fragen an Gott zu wenden: kritisch, echt, suchend. Ich habe mal irgendwo „aufgeschnappt“ Gott könne damit umgehen. Und da bin ich überzeugt. Er freut sich, wenn wir kommen und ihm nichts vormachen. Und wenn uns Fragen quälen ist es besser, ihm diese gleich zustellen als ein fröhliches Gesicht aufzusetzen und ein bisschen Smalltalk zu plappern.

Und noch einige Schlussgedanken. Wenn wir Gott unsere offenen Fragen bringen, wenn wir ihm unser ganzes Unbehagen vorsetzen und unser ganzes Herz vor ihm leeren, bezeugen wir damit eigentlich ein tiefes Vertrauen in Gott. Erstens, das er IST – sonst müssten wir ja gar nicht erst damit anfangen, ihm unsere Fragen zu stellen. Zweitens, dass er uns (an)hört, auch wenn wir vielleicht nicht sofort eine Antwort kriegen. Drittens: Wenn ich mit jemandem so rede, muss ich ein tiefes Vertrauen in ihn haben, dass er mit den ihm anvertrauten Sachen richtig umgeht. Es gibt für meine Fragen, für meine Not, für meine Unsicherheiten keinen besseren Ort, als damit direkt zum Urheber des Lebens zu kommen. Bei ihm bin ich richtig. Vielleicht hilft er mir nicht sofort auf die Beine, aber er hat die Situation unter Kontrolle, er weiss was er tut und er hat jede Möglichkeit zu handeln.

Songtext:

I fühle mi allei, hesch Du mi verlah,
I rede gäge ufe, lasch Du mi itz la stah
I schreie i mim Härz, i rüefe zu Dir Gott
Wo bisch Du, ghörsch Du mini Wort
I fühle mi so einsam, chunnt mini Not nid a
Gsesch Du wieni zable u nümm witer cha
Wiene Chäfer ufem Rügge, dChraft isch gli am Änd
la mi bitte use us mine änge Wänd

Wo bisch Du, ghörsch Du weni rüefe
Wo bisch Du, gsehsch Du woni bi
Wo bisch Du, tuesch mis Vertroue prüefe
wo führsch Du mi hi  :II Wo bisch Du mi Gott

I fühele mi allei, vermisse dini Nechi
I fühele mi so schwach u bruche Dini Sterchi
Hani Di enttüscht u öppis Falsches gmacht
Isch bi Dir wäg mir, di Zorn entfacht
I fühele mi so schlächt u dräie mi im Kreis
ständige Wiederstand u ig wo nid weiss
was de itze chunnt u was i söu tue
Wo bisch Du mi Gott, losisch Du mir zue

Bisch Du mir drvo oder bini gange
oder isch’s wederno – u Du bisch no dranne
dranne a mir, im Gspräch und im mim Läbe
und i muess vertroue, dass mir beidi zämehäbe

Vater im Himmel

[Song hören] [Song/CD auf iTunes]

Dieser Song vertont das „Unser Vater“-Gebet. Durch eine Predigt wurde mir neu bewusst, welche Bedeutung dieses Gebet hat. Das war gestern und der Song entstand im Jahr 2011. Nun sehe ich, dass das Lied gerade den gestrigen Gedanken nicht so aufnimmt, respektive in etwas geänderter Form wiedergibt – also gibt es Stoff für einen weiteren Song? Es geht um den Satz: „Dein Wille geschehe auf der Erde, wie er im Himmel geschieht“ Mt 6, 10b. Ein paar Gedanken dazu:

  1. Die Wichtigkeit dieses Gebets, welches uns Jesus lehrte, ist nicht zu unterschätzen. Wenn jemand weiss wie beten – dann Jesus. Es sind einige wenige Worte, der Inhalt ist so konzentriert und voller Kraft; jeder Satz hat seine tiefe Bedeutung. Jesus sagt an einem anderen Ort, wir sollen beim Beten nicht plappern (wohl lange, ausführende oder ausschweifende Gebet sprechen). Gott weiss was wir brauchen. Wir müssen es ihm nicht erklären. Aber selbstverständlich freut er sich, wenn wir unser Leben mit ihm teilen.
  2. Nahezu alle Menschen suchen eine geistliche Dimension, sie suchen Göttliches, Himmlisches… und sie erreichen es nicht. Und nun kommt Jesus – selbst Gott – aus dem Himmel und bringt das Göttliche und Himmlische zu uns. Er weiss was „dort oben“ ist und er weiss, dass wir uns a) danach sehnen, b) dort eigentlich unsere Bestimmung / Heimat ist c) und wir diese Dimension dringend brauchen. Er bringt sie uns! Er hat den Weg frei gemacht, wie er sagt „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als durch mich“ Joh 14,6. Er ist nicht einer der Wege, er ist DER Weg. Diese absoluten Worte sind nicht so im Trend – aber diese Worte bleiben bestehen, es sind Gottes Worte.
  3. Und weil Jesus weiss was im Himmel abgeht, lehrt er uns beten – das Himmlische auf die Erde zu erbitten. Wenn uns die göttliche Dimension „erreicht“ oder unter uns kommt, dann werden Menschen verändert, dann ist Vergebung möglich, dann können Herzen, Seelen und auch Körper heil werden. Dann geschehen Wunder. Sein (Gottes) Reich soll auf diese Welt kommen, der Wille Gottes – wie er jetzt jederzeit im Himmel geschieht – soll auch auf unserer Erde geschehen. Etwas besseres kann dieser Welt nicht geschehen. Und dann wird es in solchen Situationen einen Vorgeschmack geben, wie es für immer und ewig im Himmel sein wird.

Das ist doch Grund zur Anbetung und immer wieder dafür zu beten, dass Gottes Reich gnädigerweise kommen und sein Wille hier auf Erden geschehen möge. Denn sein Wille ist gut. Gott ist gut, wir müssen uns vor ihm nicht fürchten. Seine Gedanken über uns sind gut – es sind Gedanken von Frieden und Wiederherstellung.

Songtext:

Vater im Himmu (Unser Vater)

Üse Vater im Himmu, dert isch Dis dehei
Heilig isch Di Name, wo mir abäte wei
Dis Rich söu cho u Di Wille gscheh
Im Himmu und uf Ärde wärde mir das gseh

Bitte gib üs Dis tägleche Brot
Vergib üsi Schuld, befrei üs us dr Not
Ou mir wei vergäh, dene wo üs Unrächt hei ta
Mit Dire Hilf füre Friede istah

Führ üs nid i Versuchig, mir si so schwach
Erlös üs vom Böse, bhalt üse Geist wach
Dir ghört ds Rich u Kraft und d Herrlichkeit
Für immer und ewig – In Ewigkeit

(c) 2011/2014 Text & Musik: Benjamin Nyffenegger
CD „Chumm mit“, 2014

 

Nöii Wäut

[Song hören] [PDF mit Akkorden] [Song/CD auf iTunes]

Nöii Wäut. Ungefähr vor 15 Jahren habe ich dieses Lied geschrieben. Es gehört zu einer Sammlung von Songs, welche ich für ein Musical geschrieben habe. Das Musical wurde bis jetzt nicht veröffentlicht. Das Musical handelt von Lazarus, einem armen Bettler und einem reichen Mann. Die Unterschiede könnten nicht grösser sein. Die Geschichte ist in der Bibel in Lukas 16,19-31 nachzulesen. Irgendwann sterben die beiden Männer und „die Rollen“ werden plötzlich neu verteilt. Dem Lazarus, welcher auf der Welt so viel gelitten hatte, geht es nun gut; er ist angekommen und lebt bei Gott. Der reiche Mann, hatte es in seinem Leben auf Erden wunderbar. Er hatte auch mehr an sich als an den armen Lazarus gedacht und ihm nicht geholfen. Den Hunden gings besser als Lazarus. Jetzt aber – nach dem Tod – leidet der reiche Mann und wird so zum bedauernswerten Geschöpf…

Der Song „Nöii Wäut“ knüpft bei der Hoffnung auf eine neue, andere, bessere Welt an. Wer’s hier auf Erden gut hat, träumt vielleicht nicht von was anderem. Wer aber erkennt, dass hier so vieles krumm läuft, dass der Schmerz, das Leid, die Not zum Himmel schreit und die Situationen manchmal kaum oder nicht erträglich sind, der wagt (hoffentlich) zu träumen. Der Liedtext dreht sich nicht um die Not, sondern legt den Fokus auf die zukünftige Welt.

Der Traum dieser neuen Welt ist gewaltig. Es gibt nur noch Licht, Friede, Wahrheit. Und das Beste an diesem Traum ist, das es kein Traum ist. Ich male mir das vielleicht aus und dann kommt der Glaube und die Hoffnung, dass dies alles eben kein Traum ist, sondern eines Tages wahr wird. Es ist wahr, weil Gott es gesagt hat. Er hat es versprochen und er steht zu seinen Versprechen. Er wird diese neue Welt schaffen, welche dann in Ewigkeit existiert. Und was er sich für die Menschheit von Urzeiten gewünscht hat, wird dann Realität. Endlich wird Gott mit den Menschen Gemeinschaft haben können, welche durch nichts mehr betrübt wird.

Nöii Wäut

Ä nöii Wält, wie ne sunnige Tag, wo nieme vergeit
Äs ewigs Dehei ire herrleche Geborgeheit
Hie gits nume Friede, jede Ton ir Harmonie
Aues glänzt ir Wahrheit, mit däm Bild schlaff i ii

Es isch ke Troum, o wen is no nid cha gseh
Versproche isch versproche, es brucht nid meh
Ä nöii Wält wird är schaffe, mis nöiie Dehei
D’Ewigkeit bi Gott, da säge i nid nei

I säge ja u i fröie mi uf das wo wird cho
Wüu ds‘Alte vergeit, dä Gedanke macht mi froh
Wüu denn aues guet wird u für immer guet blibt
U niemer cha zerstöre, wüus nümm Böses git

I säge ja u i luege vou Sehnsucht zu Dir uf
Ä Sehnsucht wo ändlech gstiut wird – i warte druf
Du wirsch Di nid verspäte u chunsch zur richtige Zyt
U nimmsch jede, wo Di liebt i die nöii Wält mit

Text und Musik: Benjamin Nyffenegger
© 2001 endlos productions – www.endlos.ch
Song aus CD „Träne & Hoffnig“

 

Du bisch da

[Song hören] [PDF mit Akkorden] [Song/CD auf iTunes]

Ich mag diesen Song sehr. Er spricht einerseits von den verschiedenen Jahreszeiten und andererseits von unserer Verfassung, welche manchmal auch wie Jahreszeiten durchlebt. Ich mag die Bilder von Herbst mit den farbigen Blättern, dem Dunst über den Bächen und Seen. Ich mag ein bisschen weniger, wenn die Tage immer kürzer werden und die „Nacht“ so Dominat wird. Aber auch das gehört dazu. Und trotzdem mag ich auch verschiedene Stimmungen, welche nur im Winter erlebt werden können. Und, wenn dann der Herbst das Zepter dem Winter übergeben hat und wieder einige Monate verstrichen sind, wird früher oder später der Winter dazu gedrängt das Zepter erneut weiter zu geben. An den Frühling. Diese Zeit liebe ich besonders. Wenn einerseits die Tage nun wieder länger werden und andererseits eine kalte, kahle, eingeschlafene Welt wieder erwacht, das Grün aus dem Boden schiesst und die Farben wieder die Natur füllt.

Und so ergeht es mir manchmal auch – und vermutlich bin ich auch nicht der einzige. Da ist in persönlichen Situationen plötzlich Herbst oder Winterstimmung.Statt der vielen Farben kann ich nur noch einige wenige zählen und vielleicht zeitweise nur noch von schwarz und weiss sprechen. In solchen Momenten könnte man meinen, das sei es nun. Das sei jetzt die neue Art zu leben und es geben neuerdings keine Farben, keine Wärme, keine Kraft mehr. Alles kahl, zu ruhig, zu kalt etc. Aber der nächste Frühling kommt, das nächste aufwachen bereitet sich vor. Und doch – das ist keine Selbstverständlichkeit. Ich schaue es als Geschenk, als Gnade an, wenn es nach Talfahrten plötzlich wieder nach oben geht. Wenn sich die ersten Gräser und Blumen zurückmelden. Wenn die kahlen Bäume zu spriessen beginnen. Wenn Lebensfreude zurückkehrt, neue Kraft verspürt wird.

Und in all diesen Jahreszeiten, ob nun wortwörtlich im Sommer, Herbst, Winter und Frühling oder in der persönlichen Jahreszeiten, dem Auf und Ab, den Höhenflügen und eben auch Tahlfarten, wenn die Sonne uns anstrahlt oder wir pudelnass im Regen stehen, gibt es eine Konstante: ER IST DA. Ob wir durch die schönsten Zeiten unseres Lebens hindurchwandern oder an einem Tiefpunkt angekommen sind: ER IST DA. Ob wir uns getragen und von Freunden umgeben fühlen oder komplett alleingelassen: ER IST DA. Was auch immer ich tue, wo immer ich bin, er verlässt mich nie, er ist und er bleibt an meiner Seite. Gewaltig, wunderbar, herrlich. Du bisch da!

Songtext: Du bisch da

We Blätter vo de Böim abefaue
U die ganzi Farbepracht am Bode liegt
We d‘Aare geng cheuter und cheuter wird
U d‘Luft hautet mit dere Cheuti Schritt
Bisch Du da – Du bisch da
We Tage geng chürzer wärde
Bis dr Morge u dr Abe zur Nacht ghört
We d‘Stimmig dusse zwar herrlech isch
U glich tönt das Lied – dass öppis ufhört
Bisch Du da – Du bisch da

Öb Frühlig oder Herbscht, Summer oder Winter – Du bisch da
Öb d‘Sunne ma schine oder isch sie grade niene – Du bisch da.
Öb i lache oder gränne, strahle u singe – Du bisch da
Bisch Du da – Du bisch da

Wes schint, als ging d‘Ärde ga schlafe
U dr Näbu malt es graus Landschaftsbild
Weni d‘Wermi u d‘Farbe u d‘Fröid mues ga sueche
U mi Gott, wo jedi Sehnsucht stiut
Bisch Du da – Du bisch da

Text und Musik: Benjamin Nyffenegger
2008/2009 © endlos productions aus Produktion ‚Chünigschind 2‘ www.endlos.ch

We d’Sunne untergeit

[Song/CD auf iTunes] [Song hören]

Sehr viele Songs entstanden jeweils beim Zugfahren – so auch dieser. Ich war in Deutschland unterwegs und fuhr Richtung Schweiz. Ich geniesse es, einfach da zu sitzen und aus dem Fenster zu schauen. So sah ich am Himmel ein gewaltiges Sonnen-Wolken-Spiel oder anders ausgedrückt herrliche Himmelsbilder. Als ich diese Stimmung in mich einatmete begann ich das Lied zu schreiben und in wenigen Minuten ist der Text entstanden. Es fühlte sich so an – die Kreativität, welche Gott mit diesen Himmelsbilder an den Tag oder den Abend legte, hat er gnädigerweise auf seine Art in mich gelegt und die Worte und Zeilen sprudelten einfach so hervor.

Manchmal versuche ich etwas zu ’schaffen‘ – aber es gelingt nicht. Ich kann mir noch so Mühe geben – es bringt nichts. Dieser wunderbare Augenblick, mit dieser herrlichen Kulisse, war anders. Als ich am Ende des Songs angelangt bin, hat mich die ganze Situation schon sehr berührt.

Der Song spricht von einer Sehnsucht nach einer Heimat, welche sich nicht hier auf Erden befindet, resp. nicht mit unserer Heimat hier zu vergleichen ist. Wenn ich jeweils weg bin, freue ich mich riesig darauf wieder zurückzukehren, nach Hause zu kommen. Spannenderweise tönt in diesem Song der Refrain ganz anders und spricht von einer Sehnsucht, welche eben nicht das Zurückkommen im Blickfeld, sondern ein nach-Hause-kommen in der Ferne, in der Zukunft fokussiert.

So bin ich unterwegs, komme hin und wieder nach Hause, aber bleibe trotzdem unterwegs und Gast auf dieser Erde, mit dem Ziel dann einmal richtig nach Hause zu kommen zu meinem Vater im Himmel. Er wartet auf mich. Jesus hat alles schön vorbereitet. Das sind wunderbare Aussichten.

Songtext:

We d’Sunne untergeit 

We d‘Sunne untergeit, isches nid trurig,
sondern es wunderbar, herrlechs Bild
So viu Farbe u Glanz, so viu Gold u Zier
U d‘Wuche si ganz frei u wild
Alles das wie vom ‘ne grosse Maler
Ä Künschtler, wo tadulos garbeitet het
das Gmäld chönnt isch unmüglech zahle
Ou wes dr Schöpfer fasch verschänke wett

Da chunnt e Sehnsucht uf nach dr Fehrni
Sehnsucht, dass dsLäbe witergeit
Öb dert oder hie oder wo de ou immer
Ä einmaligi Ewigkeit besteit

We dSunne undergeit, chani guet tröime
Vore Zuekunft, won i no nid cha gseh
Irgendwie schmöcki öppis vom ne Läbe
Es git näb däm hie ganz sicher meh
I läbe gärn u versuche viu dsgniesse
Aber das Läbe het mau es Änd
Ou weni nid meh über das Ghemnis weiss
Weiss i mi i Dine liebende Händ

Afang u Änd

[Song / CD bei iTunes] [PDF mit Akkorden] [Song anhören]

Ein ruhiger Song von der CD „Träne & Hoffnig“. Stell Dir vor, Du sitzt an einem ruhigen Plätzchen ab. Vielleicht auf einer gemütliche Waldrandbank oder in einer Wiese oder auch bei Dir im Garten an einem vertrauten Ort. Dann beginnst Du über das Leben nachzudenken. Über Deine Herkunft, über Dein Sein und über die Zukunft. Von wo kommst Du, was mache ich eigentlich da und wohin führt die Reise? Nicht die Reise, die Du übers Wochenende unternehmen wirst und auch nicht Deine Karrierenreise. Nein, die Lebensreise, resp. die Reise, welche über den Tod hinausführt. Führt überhaupt ein Weg über meinen Tod hinaus? Was wird danach sein. Viele Fragen – wenige Antworten?

Das Lied „weiss“ auch nicht alle Antworten, aber es fokussiert weg von uns und zeigt auf sonst jemanden: Dieser sagt, er sei das Leben. Er sei die Wahrheit, er sei schon immer da gewesen. Er sei die Auferstehung und weil er auferstanden ist, würden auch diejenigen mit ihm nach dem Tod Leben, die ihn lieben. Er sagt und nimmt in Anspruch: der Anfang und das Ende zu sein. Er ist jetzt nicht weit weg – auch wenn es uns manchmal so scheint. Und er wird das letzte Wort haben.

Wenn Du immer noch (gedanklich oder vielleicht richtig) auf Deiner Bank sitzest, kreist Du mit Deinen Gedanken weiter. In die Gegenwart. Und Du denkst an alles was aktuell in der Welt so läuft. Du denkst vielleicht an die Lauten, welche Schreien, um gehört zu werden oder Schreien, um Anhänger zu finden. Sie sind laut und sie haben manchmal einen langen Atem.

Ich denke aber wieder an den Refrain des Songs und an die letzte Zeile: Und er wird das letzte Wort haben. Vielleicht spricht er jetzt nur leise oder vielleicht gerade gar nicht. Aber er wird sprechen und er wird das letzte Wort haben. Das Lied nimmt den Zuhörer auch in den nächsten Strophen weiter mit und führt ihn durch verschiedene Gedanken.

Für mich ist der Song enorm tröstlich, denn wohin unsere Reise führt, wohin die Geschichte mit der Welt auch immer gehen wird. Einer wird die Kontrolle nie verlieren, einer wird immer da sein, einer wird immer Hoffnung geben, einer wird immer leuchten und denen Licht geben, die ihm vertrauen. Einer wird immer da sein für Dich und mich. Er – Jesus – wird das letzte Wort haben!

Songtext:

Afang u Änd

Vo wo chumen i, wo häre gan i
Was mach i da, wie lang gits mi
Bini einzigartig u no nie da gsi
was wird nach em Läbe u nach em Tod mit mir si? – Aues verbi? – Bliben i?

Du bisch dr Afang u Du bisch ds‘Ändi
Du hesch immer gläbt u wirsch immer si
Alpha und Omega, verschwinde wirsch Du nie
Du bisch jetze da, wirsch ds‘letschte Wort ha

Es git Theorie über d’Härkunft vor Wält
Wie Läbe isch entstande u was Zukunft no bringt
Dr Mönsch chunnt vom Aff u d’Wält dür ‘ne Knall
Es chlepft u dätsch und alles isch Zufall – isch da s aues? – würklech aues?

Du chasch dänke was du wosch u di dräie im Kreis
Bhoupte Gott isch tot oder ä alte Greis
Das änderet nüt a sire Macht und Existänz
Afang u Änd, dr Erscht u dr Letscht – Exzellänz  – voller Glanz

Text und Musik: Benjamin Nyffenegger
© 2010 endlos productions – www.endlos.ch
Song aus CD „Träne & Hoffnig“

Irgendwohi u zrugg

1. August: Sie hat Geburtstag … unsere Schweiz. Der Song „Irgendwohi u zrugg“ passt eigentlich ganz gut. Als ich mittels dem GA eigentlich die ganze Schweiz in der Hosentasche trug, machte ich mich immer wieder auf den Weg und wohin ich auch kam … die Schweiz hat so viele schöne Fläckli … ich genoss die Fahrten im Zug durch die Natur. Der Weg war das Ziel. All die Stimmungen sog ich gerne in mich ein. Ich musste nichts tun, ausser sitzen und rausschauen und geniessen. Ich will dankbar sein für meine Heimat, die Freiheit, die Schönheit. Auch wenn wir ein ganz kleines Land sind, kann man trotzdem Stunden rumfahren und sieht immer wieder was Neues. Man braucht auch nicht 8 Stunden, um von den Bergen zu den Seen zu fahren. Irgendwie eine praktische Kompaktheit. Auf überschaubarer Grösse findet man so vieles (vielleicht nicht grade alles) und diese Vielfalt ist Schöpfung, ist wunderbar.

„Irgendwohi“: Fast überall kann ich in ein Zug, Tram, Bus einsteigen und losfahren und mich auch fast in jeden Schlupfwinkel transportieren lassen. Dort kann ich dann den Fuss auf festen Boden stellen, einen kleinen Rundgang unternehmen und wenn ich nicht gerade am Ende der Schweiz angelangt bin, auch noch etwas zur Stärkung kaufen. Wieder etwas Neues gesehen, wieder ein neue Strecke gefahren, wieder etwas Neues entdeckt. Ok – irgendeinmal werde ich dann auch müde oder habe von der Reiserei genug. Dann kommt eben das „zrugg“ zum Zuge. Ich freue mich dann wieder an meinen Ausgangspunkt zurück zu kehren. Auch einen solchen Punkt zu haben ist ein Geschenk, eben eine Heimat im engeren Sinn. Und so bleibt mir neben den schönen Erinnerung an eine weitere Reise die Dankbarkeit für meine schweizweite Heimat, die feudalen Einrichtungen, die Kompaktheit, die Abwechslung, die Bilder, die Landschaft…

Hier kannst Du den Song hören.

Songtext:

Irgendwohi u zrugg                                                                        
Wieder mau dr Sunne entgäge
Und ou d’Wuche chöme gläge
Unbeschwärt dür d’Natur rusche
I möcht mit niemerem tusche
I gniesse das sagehafte Gfüehl
Fahre mit keim bestimmte Ziel
I fahre irgendwohi is Glück
Natürlech chumi de ou wieder zrugg

We dr Alltag mi wieder mal igholt het
U i gärn i ’ne anderi Richtig wett
De suechi nach’re Glägeheit
nachere guete Müglechkeit
U weni ’se gseh, weni ’se finge
De la ni mi nid drvo abbringe
I nime dr Wind, wo mi furttreit
Bis d’Sunne am Abe heigeit

I versueche d’Momänte izfah
Was i dusse gseh, wott i fescht ha
Die Stimmig am Abe unbeschribbar
Was i gseh, isch ke Troum, es isch wahr
I verjuflemi vor luter Idrück
mau ganz ruhig u Stück für Stück
I ha ja Zyt u gniesse bis am Schluss
Kulisse verschwindet im ruhige Fluss