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Wir werden täglich abgestumpft durch Medien, Bettler und solche, die uns einfach anquatschen und uns etwas andrehen wollen. Schlechte Erfahrungen im gemeinsamen Miteinander unterstützen unseren Werdegang. Wir werden abgehärtet und verschliessen uns – auf alle Fälle mir geht das so. Falls es bei Dir ganz anders ist, kannst Du Dir die folgenden Zeilen vermutlich schenken. Ich beobachte mich, wie ich potentiellen „Störenfrieden“ auf der Strasse systematisch aus dem Weg gehe. Lasst mich einfach in Ruhe, das sind so meine Gedanken. Und falls es dann trotzdem mal jemandem gelingt, mit anzusprechen, erhält er oder sie in der Regel keine freundlichen Worte. Bettelnde Menschen sprechen mich in der Regel nicht an, aber diese werden oft auch ausgeblendet. Mein Herz ist hart.

Wann habe ich mich das letzte Mal um jemanden gekümmert und ihm oder ihr etwas Gutes getan oder gesagt? Diese Situationen gibt es auf alle Fälle – aber es dürfte sie mehr geben. Ich weiss einfach, dass solche Gegebenheiten mich glücklich machen. Geben ist seliger als nehmen! In gewissen Situationen beobachte ich ein Geschehen und es tut mir weh was ich da sehe. Was soll ich tun? Manchmal bete ich dann einfach für die Beteiligten. Könnte ich aber nicht mehr tun? Nicht das Beten wenig ist, aber es ist manchmal sehr praktisch für eine Situation zu beten – that’s it… Das kostet mich ja auch nicht so viel. Es wäre herausfordernd, wenn ich auf Personen zugehen und meine Hilfe anbieten würde, oder?

Eigentlich wünschte ich mir mit einem weichen Herz und offenen Augen und Ohren durch die Gesellschaft zu leben und hier und dort helfen, ermutigen, trösten, beten zu können. Beten dann vielleicht nicht nur für mich stille, sondern mein Gebet einer fremden Person anbieten. Stell Dir vor, wie sich unser Alltag verändern würde, gäbe es viele offene Menschen, die Gott fragen: Wo kann ich helfen, wem kann ich diesen, wer braucht meine Hilfe? Gott was kann ich tun? Das Lied spricht von dieser Bitte. Kennst Du noch die Bändeli WWJD? Das ist eigentlich das abschliessende Gebet des Refrains: „Ich will so werden und so leben wie Du gelebt und das tun, was Du – Jesus – getan hast.“ Der Trend, zuerst mal für sich zu schauen, unterstützt uns darin nicht – aber Gott im Himmel wird mit seiner Kraft uns zur Seite stehen und uns helfen, unserer Gesellschaft zu dienen.

 

I wott so wärde u so läbe
U das tue wo Du hesch ta

Songtext:

Lehr mi

Mis Härz isch hert wine Stei
Es seit so oft u zu vielem eifach nei
Wenn i doch ja müesst säge, Dire Fülli härehäbe
U muetig e erschte Schritt chönnt tue
Mini Ouge si so oft verchläbt
I wott nid gseh, wie so mänge Mönsch läbt
Wien är unger düre muess u Di nid kennt
U so für immer is Verderbe rennt

Lehr mi gränne, lehr mi hoffe
I wott Dini Träne gseh
Lehr mi schreie, lehr mi bäte
Dr Schmärz vo dere Wält tuet Dir weh
Hiuf mir ufstah, hiuf mir handle
I wott Di gseh u mi ganz uf di verlah   
I wott so wärde u so läbe
U das tue wo Du hesch ta

Mini Ohre ghöre schlächt, sie si verstopft
Es duret lang, we öpper a d’Türe chlopft
I wott nid ghöre, we öpper schreit
U mi nid la störe, ou we äs Läbe meh verheit

Text und Musik: Benjamin Nyffenegger
2004/2009 © endlos productions aus Produktion ‚Chünigschind 2‘ www.endlos.ch

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